20 Jahre Ringer-Verband Brandenburg
Der Ringer-Verband Brandenburg feiert sein 20-jähriges und die Mattenfüchse haben allen Grund zum feiern. „Die schwierige Zeit des Neubeginns wurde überwunden, inzwischen gehören die beiden Leistungszentren in Frankfurt(O.) und Luckenwalde zu den Leistungsstärksten innerhalb des Deutschen Ringer- Bundes“, präsentierte RVB-Präsident Günter Kreckl eine eindrucksvolle Bilanz.
„Doch die Zeit bis hierher war nicht einfach, es galt viele Hürden zu überwinden“, erinnert sich Frankfurt's Stützpunkttrainer Jörn Levermann an viele Startprobleme. Doch am Ende stehen die Ringer bei den Junioren und Männern an der Spitze aller deutschen Landesverbände.
Vor allem die internationale Bilanz des RVB ist beeindruckend; 63 Teilnahmen an Europameisterschaften, 11 brandenburgische Ringer kämpften bei Olympischen Spielen, 39 RVB-Athleten starteten in bei Weltmeisterschaften in den vergangenen 20 Jahren – und diese Statistiken gelten allein im Männer- und Frauenbereich. Der Olympiasieg von Maik Bullmann 1992, die olympischen Silbermedaillen durch Heiko Balz 1992 und Mirko Englich 2008, sowie eine weitere Bronzemedaille von Maik Bullmann 1996 ragen aus den Ergebnissen heraus.
Doch die Zeiten haben sich verändert, die ehemalen Länder der UdSSR / GUS stehen den deutschen Ringern nun als Einzelstarter verschiedener 'Ringernationen' gegenüber, wo es vor 1990 nur einen einzigen rissischen Kontrahenten gab. Ein gutes, leistungssportliches Umfeld, mit vielen Partnern ist nunmehr nötig, um den Athleten den Weg zu ebnen. 12 Teilnehmer an internationalen Meisterschaften 2009 zeigen, dass dieses Vorhaben geglückt – und in Luckenwalde und Frankfurt(O.) eine gute Basis für leistungssportliche Ausbildung der Athleten geschaffen wurde.
Der sportliche Konkurrenzkampf zwischen Luckenwalde und Frankfurt(O.) war es wohl, die in den Anfangsjahren als großer Motivator diente. Auch hier wurden inzwischen Brücken geschlagen, selbst die Fans aus beiden Lagern feuern bei großen Meisterschaften die Ringer aus beiden Teams an. Im griechisch-römischen Stil stellt Frankfurt(O.) große Teile der DRB-Auswahl, während in Luckenwalde junge Talente heranreifen, die ebenso zum Sprung in die Auswahlteams im freien Ringkampf ansetzen. Auch bei den Frauen gibt es neuen Schwung, In Frankfurt(O.) erkannte man die Lücke, eine recht große Trainingsgruppe entstand, die innerhalb kurzer Zeit nationale- und zuletzt auch schon internationale Erfolge erkämpfte, während in Luckenwalde der bestehende Kaderstamm ebenso für Medaillen im weiblichen .Bereich sorgte.
Doch es war nicht nur der sportliche Konkurrenzkampf, der die Verantwortlichen voran trieb, denn mit der KG Luckenwalde/Frankfurt(O.) wurden zwischenzeitlich in der 1. Bundesliga auch Kräfte gebündelt um erfolgreich zu sein.
Schließlich wurden auch Strukturen verändert. Mit der Stilartentrennung wurde 2001 ein genereller Neuaufbau begonnen. „Der Schritt war für viele schmerzlich, doch die heutigen Erfolge sind ein Ergebnis dieser Konsequenz“, erinnert sich Levermann, der mit dieser Entscheidung selbst von (Freistil)-Luckenwalde ins Griechisch-Römisch-Zentrum nach Frankfurt(O.) wechseln musste.
In der Bundesliga gehen Luckenwalde und Frankfurt(O.) inzwischen wieder getrennte Wege, Luckenwalde ist seit Jahren in die Kämpfe um den Titel verstrickt, während die KG Frankfurt(O.)/Eisenhüttenstadt um einen gesichterten Mittelfeldplatz kämpft.
Luckenwalde und Frankfurt(O.) - der sportliche Konkurrenzkampf dürfte anhalten und beide Leistungszentren eiter vorantreiben. Inzwischen schicken andere Landesverbände ihre besten Nachwuchsringer an die Sportschulen nach Frankfurt(O.) und Luckenwalde, diesen Umstand dürfen sich die Trainerstäbe beider Standorte als Erfolg anheften.
Damit enthält die DRB-Statistik der Deutschen Einzelmeisterschaften allerdings auch eine 'Dunkelziffer', denn die Athleten, die nach Brandenburg kommen und dort eine sportliche Ausbildung erhalten, starten weiter für ihre Heimatvereine. So kommen zum Beispiel gleich mehrere Titelträger und Medaillengewinner bei Deutschen Meisterschaften aus Berlin, Sachsen und aus Nordrhein-Westfalen und die Punkte werden damit auch den Heimatverbänden angerechnet.
„Das stört uns nicht weiter, wenn die Athleten später auf internationalen Matten kämpfen, dann werden sie den entsprechenden Leistungszentren zugeordnet, in denen sie ausgebildet werden, obwohl sie trotzdem weiter für ihren Heimatverein starten“, liegt der Schwerpunkt aus Sicht Levermanns auf internationaler Ebene. Gleichzeitig wurde dazu übergegangen, den eigenen Nachwuchs stärker in den Fokus zu rücken.
Und die größte Baustelle des RVB liegt im Nachwuchsbereich, RVB-Präsident Günter Kreckl erklärte die Talentgewinnung und Nachwuchsentwicklung zur Chefsache. Die Saat schein zu fruchten; es wurde mit Sichtungsaktionen begonnen, aus Cottbus, Eisenhüttenstadt, Potsdam kommen wieder mehr junge Athleten, Falkensee, Hennigsdorf, Forst, Neuseddin, oder Brandenburg wurde neues Leben eingehaucht. Die Talsohle scheint durchschritten, 2010 standen wieder mehr Nachwuchsathleten auf der Matte, als noch in den Jahren zuvor. Mit zwei 'halben' Trainerstellen im Raum Luckenwalde, Potsdam, Berlin, sowie Frankfurt(O.), Eisenhüttenstadt und Cottbus sollen Sichtungsaktionen angekurbelt und junge Talente für den Ringkampfsport gefunden werden. „Nur so kann die Erfolgskette fortgesetzt werden“, erklärt auch Luckenwaldes Stützpunkttrainer Heiko Röll, der in seinem Standort um jedes einzelne Talent kämpft.
„20 Jahre Ringer- Verband Brandenburg, der Weg, der beschritten wurde scheint der Richtige zu sein, nun gilt es, das Begonnene fortzusetzen“, so Präsident Kreckl nicht ohne Stolz in der Stimme und die Ringer werden weiter kämpfen, auf- und an der Matte.