Aline Focken gewinnt in Frankreich Bronze

Mittwoch, den 02. März 2011 um 00:00 Uhr
Geschrieben von: Jörg Richter
PDF Drucken E-Mail
Benutzerbewertung:  / 1 Schwach Perfekt 

Mit Russland, USA, Kanada, die Mongolei und China waren Mannschaften angereist, die neben Gastgeber Frankreich das derzeitige Weltspitzenniveau maßgeblich mitbestimmen.

Im Fokus standen vor allem die olympischen Gewichtsklassen, schließlich werden bei den diesjährigen Weltmeisterschaften in Istanbul die ersten Tickets für die Olympischen Spiele 2012 in London vergeben.
Die deutschen Ringerinnen erzielten in diesen Gewichtsklassen bei den Frauen Bronze durch Aline Focken (63 kg/KSV Krefeld). Die Junioren-Europameisterin des Vorjahres erreichte das sogenannte 'kleine Finale' um Bronze durch die Hintertür, nach ihrer Auftaktniederlage gegen die Chinesin Ruixue Jing (0:2, 0:2) setzte sich Aline Focken in der Hoffnungsrunde gegen Maria Selmaier (KSC Motor Jena) durch und bezwang im Kampf um den dritten Rang Nasamburm Ochirbat (Mongolei) mit 1:0, 0:1 und 6:0.

Einer Medaille am Nächsten kam bei den Frauen Yvonne Englich (RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), die ebenfalls im Limit bis 63 kg antrat. Die Wahlfrankfurterin startete verheißungsvoll, bezwang Andrea Simon (Rumänien) durch Schultersieg in Runde drei und warf auch die US-Amerikanerin Veronica Carlson mit 4:0 und 5:0 aus dem Rennen. Erst die Polin Elena Pirozhkova bremste die Oderstädterin durch ein knappes 2:0 und 2:1. Da Pirozhkova das Finale nicht erreichte, konnte Yvonne Englich auch über die Hoffnungsrunde nicht mehr in den Kampf um Bronze eingreifen und schied auf dem 7. Platz dieser Kategorie aus.
Maria Selmaier (KSC Motor Jena) war die dritte Ringerin in dieser umkämpften Kategorie bis 63 kg und auch sie begann ebenfalls mit einem Punktsieg über die Spanierin Aurora Fajardo, musste dann jedoch ebenso wie Aline Focken gegen die Ruixue Jing (CHN) eine Niederlage quittieren. In der Hoffnungsrunde unterlag Maria Selmaier ihrer Teamgefährtin aus Krefeld und schied aus.

Auf dem 8. Rang rutschte Jaqueline Schellin (48 kg/TV Mühlacker) über die Ziellinie, mit zwei Siegen und einer Niederlage auf dem Konto. Zunächst gewann die Junioren-Europameisterin des Vorjahres gegen Nina Hemmer (AC Ückerath) mit 2:1 Runden (0:1, 4:3, 1:1) und auch Henriette Slattun (Norwegen) warf die Nordbadenerin mit 1:0 und 4:2 in zwei Runden aus dem Rennen, bevor sie gegen Cristina Croitoru (Rumänien) jeweils in der Verlängerung (Clinch) ein 0:1 kassierte.

Die Altenburgerin Maria Müller (72 kg) setzte sich in Tourcoing zunächst gegen Roxana Iancolovici in zwei Runden (3:1, 1:0) durch, unterlag dann jedoch Agnieszka Wiesczcek (Polen) mit 0:1 und 0:3, womit die WM-Dritte von 2006 das Turnier auf dem 10. Platz beendete.

Im Limit bis 55 kg setzte sich die Leipzigerin Nicole Hauptmann nach langer Verletzungspause mit einem 7. Platz in Szene. Zunächst schulterte sie Ana Maria Paval (Rumänien) in Runde zwei, doch schon in der zweiten Runde kassierte Nicole Hauptmann eine Schulterniederlage gegen Tatiana Suarez (USA). In der Hoffnungsrunde setzte sich die Leipzigerin gegen Natascha Ballas (AC Ückerath) durch, doch im zweiten Hoffnungsrundenkampf war nach einer erneuten Niederlage gegen Kataryna Krawczyk (Polen) endgültig Schluss – Platz 7 am Ende für Nicole Hauptmann.

In den nichtolympischen Gewichtsklassen kämpfte sich Lisa Geyer (KSC Motor Jena) im Limit bis 67 kg bis auf den Bronzerang vor. Nach ihrem Auftaktsieg über Khadija Bamou (Frankreich), unterlag die Ringerin aus der Trainingsgruppe von Ex-Weltmeister Hartmut Reich der Chinesin Yan Hong. Da die Chinesin das Finale erreichte, konnte Lisa Geyer in der Hoffnungsrunde weiterkämpfen, wo sie zunächst Mathilia Bounxoisana (Frankreich) eine Schulterniederlage beibrachte. Im zweiten Hoffnungsrundenkampf schulterte Lisa Geyer die US-Amerikanerin Erin Clodgo, während sie es im kleinen Finale um Bronze gegen Kristina Ness (Norwegen) beim 2:1-Rundensieg noch einmal richtig spannend machte (1:2, 1:0, 2:0).
Zwei Siege und zwei Niederlagen gab es für Raphaela Kopetschek (67 kg), die mit dem Landesverband Württemberg nach Tourcoing gekommen war und den 5. Rang belegte. Rapaela Kopetschek bezwang Nunkhtuya Tungalag (Mongolei) mit 1:0 und 1:1 und warf auch Irene Garcia mit einem Punktsieg aus dem Rennen. Im Halbfinale dann die Niederlage gegen Yulia Bartnovskaya (Russland), den Kampf um Bronze verlor Raphaela Kopetschek durch eine Schulterniederlage gegen Daria Sanzheeva (Russland).

Zufrieden zeigte sich Bundestrainer Jörg Helmdach auch mit den Ergebnissen der DRB-Juniorinnen; Katharina Baumgartner (SC Anger/48 kg) und Kathrin Neumaier (VfK Mühlenbach/59 kg) scheiterten in ihren Kämpfen um Bronze und wurden Fünfte. Katharina Baumgartner schulterte in ihren beiden ersten Begegnungen Fatoumata Yattabare (Frankreich) und Lenka Matejova (Slowakei), bevor sie gegen Iwona Matkowska (Polen) und Xiaomei Li (China) Punktniederlagen kassierte.
Kathrin Neumaier unterlag in ihrem Auftaktkampf Anna Polovneva (Polen). In der Hoffnungsrunde gelang der Südbadenerin ein Sieg über Charlotte Skauen (Norwegen), im Kampf um Bronze scheiterte Kathrin Neumaier an Aurelie Gerlac (Frankreich).

In Tourcoing sammelte auch Eileen Friedrich (55 kg) weiter Pluspunkte. Die JEM-Dritte von 2010 begann das Turnier mit einem Schultersieg über Emilie Dufour (Frankreich), musste dann jedoch eine knappe Niederlage gegen Brittance Laverdure (Kanada) hinnehmen. Ebenso knapp (0:1, 1:2) ging es gegen Jazmine Barker (ebenfalls Kanada) in der Hoffnungsrunde zu, die junge Frankfurterin landete damit auf Rang 10 dieser stark besetzten Kategorie.

„Vor den anstehenden Höhepunkten war dieses Turnier in Tourcoing noch einmal ein willkommener Härtetest, es gab gute Ansätze, auch in den Kämpfen die verloren wurden, doch es wurde aber auch in vielen Begegnungen deutlich, das der Abstand zur Weltspitze noch groß ist“, so Bundestrainer Jörg Helmdach, der bedauert das Alexandra Engelhardt (51 kg/KSG Ludwigshafen) wegen eines leichten Muskelfaserrisses nicht an den Start gehen konnte, ebenso wie auch die erkrankten Stefanie Stüber (63 kg/VfK Schifferstadt/Frauen) und Nadine Weinauge (67 kg/KSK Furtwangen/Juniorinnen).

In 14 Tagen steigt mit der Deutschen Meisterschaft im nordbadischen Sulzbach der nächste Höhepunkt, wobei dort auch die letzten Entscheidungen für die Nominierungen zur Europameisterschaft in Dortmund (29.3.-3.4.) fallen werden.